Nachhaltige Gebäudereinigung: Was wirklich etwas bringt
Dosiersysteme, kennzeichnungsfreie Produkte, ozonisiertes Wasser und wiederverwendbare Materialien – welche Maßnahmen messbar wirken.
Den größten Effekt haben nicht einzelne „grüne“ Produkte, sondern Dosiersysteme, die den Chemieverbrauch begrenzen, wassersparende Maschinen und wiederverwendbare Materialien. Ergänzend reduzieren kennzeichnungsfreie Reiniger die Gefahrstoffbelastung für das Personal, und Verfahren mit ozonisiertem Wasser ersetzen in der Unterhaltsreinigung einen Teil der klassischen Chemie.
Warum Dosierung der größte Hebel ist
Überdosierung ist in der Praxis die Regel, nicht die Ausnahme – und sie schadet doppelt: Sie belastet die Umwelt und hinterlässt Rückstände, die neuen Schmutz binden. Feste Dosieranlagen mischen die Konzentration automatisch und nehmen die Schätzung aus dem Prozess. Der Verbrauch sinkt dadurch messbar, das Reinigungsergebnis wird gleichmäßiger.
Woran erkennt man umweltverträgliche Produkte?
- Kennzeichnungsfrei (CLP-frei): Das Produkt trägt keine Gefahrenpiktogramme – ein direkter Vorteil für das Personal.
- EU Ecolabel als geprüftes Umweltzeichen.
- Cradle-to-Cradle-Zertifizierung für Kreislauffähigkeit.
- Rezyklatanteil in der Verpackung, idealerweise vollständig recycelbar.
- Konzentrate statt Fertiglösungen – weniger Transportgewicht, weniger Verpackung.
Hauser Gebäudeservice setzt in der Unterhaltsreinigung überwiegend kennzeichnungsfreie Produkte ein und hat die Produktreihe um eine Serie mit EU-Umweltzeichen und Cradle-to-Cradle-Zertifizierung erweitert; die Flaschen bestehen zu 30 Prozent aus Rezyklat und sind vollständig recycelbar.
Welche Verfahren ersetzen Chemie?
| Verfahren | Prinzip | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Ozonisiertes Wasser (Tersano) | Ozon löst Schmutz und Keime, zerfällt zu Wasser und Sauerstoff | Oberflächen und Hartböden in der Unterhaltsreinigung |
| Mikrobiologische Reiniger | Tenside lösen, Enzyme brechen Schmutzpartikel auf | Sanitär, Geruchsquellen, Abflüsse |
| Mikrofaser trocken und nebelfeucht | mechanische Schmutzaufnahme ohne Chemie | Staub, glatte Oberflächen |
| Scheuersaugautomat mit reduzierter Wasserführung | weniger Frischwasser je Quadratmeter | größere Hartbodenflächen |
Wo Material den Unterschied macht
- Waschbare Mikrofaserbezüge statt Einwegtücher – bei fachgerechter Aufbereitung über Jahre nutzbar.
- Wiederverwendbare Müllsäcke als Ersatz für Plastikbeutel; waschbar, wasserdicht und reißfest.
- Objektbezogene Wäschesäcke verhindern Verwechslungen und Kreuzkontamination bei der Aufbereitung.
- Hauseigene Wäscherei mit ökologisch geprüften, chlor- und phosphatfreien Spezialwaschmitteln.
Wie lässt sich Nachhaltigkeit belegen?
Belastbar wird das Thema erst mit Zahlen. Sinnvolle Kennzahlen sind der Chemieverbrauch je 1.000 Quadratmeter Reinigungsfläche, der Frischwasserverbrauch der Maschinen, der Anteil kennzeichnungsfreier Produkte am Gesamtverbrauch und die Zahl der eingesparten Einwegartikel. Wer als Auftraggeber Nachhaltigkeit ernst meint, sollte diese Werte im Vertrag als Berichtspflicht verankern – sonst bleibt es bei der Absichtserklärung.